• Titelbild mit vielen Männern und Frauen

    Grafik Kopfhörer

  • zum kleinen Bruder vom Ruhrufer:

    Logo TV Rekord

    zum Shop von TV Rekord:

    Shop TV Rekorf

  • Grafik "Als Hauptsponsor dieser Seite profitierst Du von den professionellen Live-Streams"

Humor – Satire

 

Nackter Mann am Ruhrufer mit lustigen Bildern in der Mitte

Grafik Kopfhörer


nach unten



nach oben


Aus dem ebook “Beischlaf mit der Großmutter” – Real-Satiren

Geschichten, die das Leben schreibt…

 

Lustiges Bild: Mann mit Busen im Dirndl

von Dietmar Alexy

Jungmänner, die nur an mein Geld wollten. Verpasste Gelegenheiten im Dutzendpack. Schrecksekunde im Park. Und Rainer, der soweit nicht gedacht hat. All das passierte in den achtziger Jahren. Heute ist die schwule Szene netter geworden, was zur Folge hat, das nicht mehr so viel Lustiges passiert. Wenn Sie genau wissen wollen, wie es in den Achtzigern zuging, lesen Sie die folgenden Seiten.

 


nach oben


sehr kleine rosa Leiste
“Du quatscht uns in den Orgasmus“
                          

sehr kleine rosa Leiste

 

     Wehmütig wird es mir ums Herz, wenn ich am Friedrichsplatz in Duisburg-Ruhrort vorbeifahre. Dort, wo einst die Märchenklappe stand, ist heute nur noch eine Straßenbahnhaltestelle. Die Klappe war einst wegen Baufälligkeit abgerissen worden. Viele schöne Erinnerungen verbinde ich mit diesem Örtchen, das einst für einige Leute mehr schwuler Nachmittagsstammtisch denn Bedürfnisanstalt war.

Da war zum Beispiel Andy, 14 Jahre alt. Er durchbrach dort einfach alle Konventionen (nur kein Wort reden, verstohlen auf das Geschlechtsteil des Pissoir-Nachbarn schielen, nach einem „Quicki“ mit hochrotem Gesicht rasch wieder verschwinden) und kannte bald alle Stamm(tisch)gäste mit Namen. „Hallo Peter, wie geht es Dir?“ – „Ach, Ralf, Dich habe ich aber schon lange nicht mehr gesehen.“ Ein Hetero kam eines Tages herein, stellte sich ans Pissoir. „So ein Mist“, beschwerte er sich bei Andy. „Erst muss man so viel Geld für das Bier bezahlen, und dann wird man es doch wieder los.“ – „Das war heute lustig in der Schule“, kicherte Andy. „Ich sollte die Fälle bilden und habe überhaupt nichts gekonnt. Hahaha. Schnatter, schnatter, schnatter.“

Die Toilettentüre ging auf. Zwei Trinen – die sich wohl gegenseitig in der Kabine aufgewärmt haben – kommen heraus. „Du kannst aber auch Deinen Mund nicht halten!“, beschwerte sich die eine. Frei nach Loriot („Sie quatschen mir ins Essen“) muss sie vermutlich gedacht haben: ´Du quatscht uns in unseren Orgasmus, Mensch`!

Einmal begab ich mich in die Toilettenkabine. Um zu sehen, wer nebenan war, stellte ich mich auf den Klodeckel. Meine Nachbartrine bückte sich gerade und schaute unten durch. Dabei erkannte ich sie: Ein platonischer Bekannter, wie unangenehm! (Übrigens der Gleiche, der auch schon einmal seinen Freund auf der Klappe getroffen hat). Ein Grinsen können wir uns nicht verkneifen.

Etwas weiter, am Friedhof, stand dann gleich die nächste Klappe (besonders geeignet für schwule Gruftis). Öfters verkehrten dort allerdings Uniform-Trinen, die stets mit ihrem Fahrzeug (grün mit rotem Martinshorn) dort vorfuhren. Früher hatte ich vermutet, dass sie zur Verrichtung ihres Geschäftes dort verkehrten. Aber wahrscheinlich hat Willy, der hässliche Busfahrer, sie gerufen. Er fühlt sich angeblich von den Trinen belästigt: „Wenn ihr hier herumsteht, kann ich nicht mehr pinkeln!“

Dann endlich kommt mein Traumprinz, schließt sich in die Kabine ein. „Lass mich doch herein!“, flüstere ich. „Auf gar keinen Fall“, bekomme ich einen Korb. „Ich bin nämlich gar nicht schwul. Ich bin nur ein Spanner.“


nach oben


sehr kleine rosa Leiste

Zufälle

sehr kleine rosa Leiste

 

     Wie langweilig wäre doch das Leben ohne Zufälle. Alles verliefe in geordneten Bahnen, und vor Langeweile gingen wir zugrunde. Wie gut, dass es doch manchmal Zufälle gibt – unerwartete Augenblicke, die das Leben so reizvoll machen. Fangen wir mal bei Peter an. Peter ging Sonntagnacht in den Hauptbahnhof. Damals ein schwuler Treff. Lange bevor die Deutsche Bahn Schwule ebenso aus den Bahnhöfen verscheuchte wie eine Ausstellung über die Bahn-Transporte in die Konzentrationslager der Nazis. Warum ging Peter in denselben? Natürlich, um auf den Zug zu warten. Oder warum denn wohl sonst? In der Wartehalle erlebte er eine Überraschung. Sein Chef stand dort, locker an die Wand gelehnt, in engen Jeans und mit Springerstiefeln bewaffnet. Beim Anblick seines Untergebenen erschien eine leichte Röte auf seinem Gesicht. „Ich hole gerade meine Großmutter vom Bahnhof ab“, stammelte er hervor, ohne dass Peter ihn um eine Erklärung gebeten hätte. „Der erste Zug fährt aber erst in zwei Stunden“, warf Peter ein.

Hatte Peter an diesem Treffen mit seinem Chef schon viel Spaß, so wird es erst richtig lustig, wenn einem die Verwandtschaft in der „Szene“ über den Weg läuft. So entdeckte Franz beim Studium der Kontaktanzeigen in einem diversen Blatt eine ihm bekannte Telefonnummer. ´Das trifft sich gut`, dachte er sich. ´Ich wollte meinen Bruder ohnehin schon lange mal wieder anrufen`. Bald darauf meldete sich beim Inserenten eine wohlvertraute Stimme. „Ich rufe wegen Deiner Anzeige an. Wie wär‘s denn mit uns Beiden?“

Eine ähnliche Überraschung wie Franz erlebte auch Helmuth eines schönen Tages, als er nichts ahnend den Video-Raum einer bekannten Lokalität betrat. Blickte ihm doch unter all den geifernden Trinen das Gesicht seines Cousins entgegen. Schon immer hatte er sich gewundert, wieso er mit über 30 noch nicht verheiratet war. Jetzt wunderte er sich nicht mehr.

Andy, 14 Jahre alt, begegnete auf dem Weg zu seiner Lieblings-Klappe seinem Religionslehrer, der doch tatsächlich das gleiche Ziel hatte. Schnell verschwand Andy in einem Bus-Wartehäuschen. Zu spät, sein Lehrer hatte ihn bereits gesehen. „Ich stelle mich hier nur unter, weil es hier nicht so zieht“, erklärte Andy.

Dabei hatten diese vier Genannten noch Glück gehabt. Viel schlimmer erging es einem jungen Mann jenseits des Weißwurst-Äquators. Der betrat in der Nacht einen düsteren Park. In einem Gebüsch erblickte er einen Schatten. Das Wasser lief ihm schon im Munde zusammen. Doch dann verging ihm mit einem Schlag jede Lust. Handelte es sich doch – um seinen eigenen Vater.


nach oben


vorherige Seite

Haus

nächste Seite

Kommentare sind geschlossen.