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Schwule Geschichte

 

Nackter Mann am Ruhrufer mit Bildern von früher in der Mitte

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Duisburg in den 1950er-

und -60er-Jahren:

Willi Pfennigsdorf zur “Szene” gestern und heute:

„Eine Freundschaft zählte

noch etwas“

Willi Pfennigsdorf – seit Mai regelmäßiger Besucher der Regionalgruppe Rhein/Ruhr des Vv‘ 74 –kann in diesem Jahr auf ein ungewöhnliches Jubiläum zurückblicken. Willi lebt seit 40 Jahren sein homosexuelles Leben aus. Er kennt seitdem die Duisburger Lokale. Über die schwule Szene gestern und heute unterhielt er sich mit Dietmar Alexy.

RUHRGESPRÄCH: „An welche Duisburger Lokale kannst Du Dich noch besonders erinnern?“

Willi: „Da war zunächst einmal der „Seitensprung“. Anfang der 50er-Jahre.Es ging damals durch einen Hintereingang einen langen Flur entlang, bis man endlich ins Lokal oder den etwas intimeren Nebenraum gelangte. In Gelsenkirchener Lokalen kamen nur Stammgäste mit eigenem Schlüssel hinein. Dadurch sollte verhindert werden, dass Polizisten in Zivil sich einschlichen. Dennoch gab es ab und zu Razzien mit Feststellung der Personalien. Ich selber habe aber so etwas noch nie erlebt. Besonders in Erinnerung ist mir noch das Musfeldstübchen.- das heutige Boccaccio – , in dem die stämmige Guste für jeden Gast ein nettes Wort übrig hatte. Im Amourette war ich seltener, weil es mir zu teuer war. Damals kamen von überall her Gäste in die Duisburger Szene.“

Willi Pfennigsdorf Bild 1

Willi (57): 40 Jahre Szene.                                                                            Foto: privat

RUHRGESPRÄCH: „Was war früher anders?“

Willi: „Es war damals viel persönlicher. Eine Freundschaft zählte noch etwas. Im Gegensatz zu heute (etwa Ende der 1980er-Jahre, die Redaktion) unterhielt sich Jeder mit Jedem. Und wenn einer Probleme hatte, wurde der getröstet.

Zwischenüberschrift:

     Die Musik war viel leiser, und es wurde oft zu Zweit getanzt. Erst als Ende der Sechziger-Jahre das Verbot fiel, begann die Entwicklung hin zu Bettgeschichten. Das ist etwas, was auch heute besser sein könnte.  Ich finde, die Gemeinschaft und der Zusammenhalt sollten einfach mehr gepflegt werden. Vielleicht sollte man einige Besucher mal darauf hinweisen.“

RUHRGESPRÄCH: „Wie war damals das Verhältnis zwischen Alt und Jung.?“

Willi: „Besser als heute. Zwar kam es schon mal vor, daß ein Jüngerer einem Älteren Geld lieh, Doch dabei war Sex nicht die Bedingung. Die Jugend hat doch heute nur im Sinn, den Älteren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das liegt meiner Ansicht nach an der ganzen Gesellschaft. Meine Einstellung ist immer: Ich habe früher nichts genommen und werde heute auch nichts geben.“

Willi Pfennigsdorf Bild 2

„Werde heute auch nichts geben.“                                                             Foto: privat

RUHRGESPRÄCH: „Apropos Jugend: Wann hattest Du Dein erstes Erlebnis?“

Willi: „Das war mit 17, beim Fußball. Als es dunkel war, fingen wir zu Zweit an zu fummeln. Danach habe ich selbst beim Pütt unter Tage öfter etwas erlebt.“

Willi Pfennigsdorf Bild 3

„Gemeinschaft muß gepflegt werden.“                                                          Foto: privat

RUHREGESPRÄCH: „Gab es trotz der Gesetze auch lustige Erlebnisse?“

Willi: „Natürlich. In den 50er-Jahren habe ich bei einem Typ übernachtet und plötzlich gemerkt, daß noch ein dritter Mann mit im Bett war. Nach einer Feier mit Alkohol bin ich mit einem Arbeitskollegen auf dem Motorrad nach Hause gefahren. Während der Fahrt habe ich angefangen, mit ihm ‚rumzumachen. Am nächsten Tag taten mir bei der Arbeit die Knochen weh. ‚Wir sind doch während der Fahrt gefallen‘, sagte mein Kollege zu mir. Daran konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern. Heute bin ich seit 18 Jahren befreundet. Zu meinem Ex-Freund habe ich seit 30 Jahren Kontakt. Ich kann wirklich sagen, daß ich ein schönes Leben hatte.“

(Quelle: Das Ruhrgespräch – frühere Zeitschrift der Regionalgruppe Rhein/Ruhr des Club Albatros im Vv’74 – heute “Pink Power“)

Interview schwule Szene 1960er-Jahre, S. 1
 


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